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Österreichische Nationalbibliothek

Zwei unterschiedliche Inkunabel-Ausgaben von Wilhelm Durands Speculum iudiciale aus 1499 bzw. 1501

Albert Hübls Inkunabelkatalog des Schottenstifts aus 1904 gibt unter der Nr. 176 einleitend folgende Angaben: 176. Duranti, Guilielmus: Speculum iudiciale cum additionibus Joannis Andreae et Baldi. Partes II, III, IV. Venedig, Baptista de Tortis, 17. Febr. 1493. Gr.-2°. 327 [90 Zll.] × 217 mm. [Pars III in 2 Exempl.].1

Es folgt eine genaue Beschreibung der drei vorhandenen Teile der Inkunabel sowie der Exemplarspezifika, wobei Hübl sich bei der Identifizierung etwas schwertut und lediglich vermerkt, dass es sich nicht um H *6515 handle. Inzwischen ist dieser Druck im Gesamtkatalog der Wiegendrucke als die 1499 von Bernardino Landriani herausgegebene und in Venedig bei Battista Torti gedruckte Ausgabe von Wilhelm Durands kanonistischem Werk identifiziert worden (GW 9161), die HC 6516 entspricht. Hübl war wohl irritiert von der Wiederverwendung des mit 1493 datierten Registerblatts der etwas älteren Ausgabe des gleichen Druckers (GW 9159), denn gleich folgend mit der Nr. 177 identifiziert er das einem der beiden Bücher beigebundene Inventarium speculi iudiciales des Berengar Frédol – bei ihm bezeichnet als „Duranti, Guilielmus: Repertorium ad speculum iudiciale“ – korrekt als HC 6516, also GW 9161.2

Was aus der Beschreibung Hübls nur schwer herauszulesen ist, ist der jeweilige Kontext der beiden angeführten Exemplare. Diese befanden sich einst an unterschiedlichen Stellen in der Bibliothek: Das eine Buch mit den Teilen 2 und 3 hatte die Signatur 31.a.7, das andere Buch mit den Teilen 3 und 4 sowie dem dazugehörigen Inventarium hatte die Signatur 59.b.9. Auf letzteren Band bezieht sich der bei Hübl zu lesende Vermerk des früheren Besitzers Liber Hainricj Rigl. Beide Bücher erhielten bei der Neuaufstellung der Inkunabeln gemeinsam mit den Handschriften in den 1910er-Jahren die Signatur Ink. 282, einmal mit dem Zusatz „(Hübl 176)“, einmal mit „(Hübl 176, 177)“. Die entsprechende Angabe im Gesamtkatalog der Wiegendrucke lautet verwirrenderweise „2 Ex., 1. Ex. Bl. 342-360, 2. Ex. Bl. 1-134 fehlen“, obwohl sie doch eigentlich „2 Ex., 1. Ex. Bl. 136-360, 2. Ex. Bl. 1-340 fehlen“ lauten müsste.3

Betrachtet man die beiden Bücher jedoch genauer, so stellt man fest, dass es sich keineswegs zweimal um die gleiche Manifestation handeln kann! Am deutlichsten wird dies bei der Schriftgröße der Blattzählung, welche beim ersten Buch deutlich größer ist als beim jedenfalls als GW 9161 anzusehenden zweiten Buch.

Es lag die Vermutung nahe, dass es sich beim ersten Buch mit den Teilen 2 und 3 und der ehemaligen Signatur 31.a.7 vielmehr um die Manifestation GW 9162 handle, von der der Gesamtkatalog der Wiegendrucke lediglich die Teile 1 und 2 kennt und eine Datierung in das Jahr 1499 vornimmt. Im Incunabula Short Title Catalogue (ISTC id00453300) wird dieser Druck jedoch, Douglas Osler folgend, eher um 1501 datiert und in Zusammenhang mit dem dezidiert aus 1501 vorhandenen Druck der Teile 3 und 4 sowie des Inventarium gesehen. Dieser Annahme folgten etwa auch die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) mit ihrem die Teile 1 und 2 umfassenden Exemplar (Ink 14.A.8) und die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULBT) in Innsbruck mit ihrem lediglich den Teil 1 umfassenden Exemplar (105 B 3).

Da in der Österreichischen Nationalbibliothek an anderer Stelle auch ein weiterer Druck des Werkes katalogisiert war (79.Dd.33), der vermeintlich die Teile 1 bis 3 aus 1501 und somit die im Schottenstift vorhandenen Teile umfasste, wurden vor Kurzem die beiden Bücher der Nationalbibliothek gemeinsam mit dem fraglichen Buch des Schottenstifts nebeneinander im Original begutachtet. Dabei konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

  • Bei den beiden Exemplaren der Österreichischen Nationalbibliothek (Ink 14.A.8 und 79.Dd.33) handelt es sich um Teile der gleichen Ausgabe. Die Inkunabel-Teile 1 und 2 sind dort also doppelt vorhanden – die ÖNB somit um eine Inkunabel reicher!
  • Das aus zwei Bänden bestehende Exemplar 79.Dd.33 umfasst nicht nur, wie ursprünglich von der ÖNB katalogisiert, die Teile 1 bis 3 des Speculum iudiciale, sondern alle vier Teile und das dazugehörige Inventarium, ist also vollständig.
  • Somit wird die im ISTC geäußerte Vermutung bestätigt, dass es sich bei GW 9162 und die 1501 gedruckten Teile 3, 4 und Inventarium um eine Einheit handelt.
  • Beim Exemplar des Schottenstifts mit der ehemaligen Signatur 31.a.7, welches nun zur Unterscheidung von der ungleichen anderen Ausgabe die Signatur Ink. 282a erhalten hat, handelt es sich ebenfalls um Teile der gleichen Manifestation; beim ersten enthaltenen Teil 2 also um Teil 2 von GW 9162.

Inzwischen sind diese Erkenntnisse bereits in der Verbunddatenbank des Österreichischen Bibliothekenverbundes umgesetzt (https://permalink.obvsg.at/AC10848741 mit hierarchischer Beschreibung). Dank gilt Katharina Kaska, der Direktorin der Sammlung von Handschriften und alten Drucken der ÖNB, sowie Mira Krall, der für den Inkunabelbestand der ÖNB zuständigen Mitarbeiterin, für die unkomplizierte Ermöglichung des Originalvergleichs und die Anpassung und Erweiterung der Katalogisate. Mit Veröffentlichung dieses Beitrags wurden auch die Redaktionen des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke und des Incunabula Short Title Catalogue über die Identifizierung in Kenntnis gesetzt.

  1. Albert Hübl, Die Inkunabeln der Bibliothek des Stiftes Schotten in Wien (Wien–Leipzig 1904), 89–91 Nr. 176. [↩]
  2. Ebd., 91 Nr. 177. [↩]
  3. Der Gesamtumfang des Drucks GW 9161 ohne Inventarium beträgt 528 Bl. (inklusive leerer Blätter): Teil 1 Bl. 1–134, Teil 2 Bl. 135–340, Teil 3 Bl. 342–360, Teil 4 Bl. 361–527. [↩]

Benedictus Chelidonius: Ein Poet als Abt

Abt Benedictus Chelidonius (1518–1521), der am 8. September 1521 verstarb, ist trotz seiner nur sehr kurzen Amtszeit einer der prominentesten Äbte des Schottenstifts. Er gilt als wichtiger Vertreter des sogenannten Klosterhumanismus. Bedeutung erlangte er als neulateinischer Lyriker, der mit dem humanistischen Kreis um Konrad Celtis, Albrecht Dürer, Willibald Pirckheimer, Johannes Cochläus und Caritas Pirckheimer in Austausch stand. Seinen Nachruhm sichern ihm auch heute noch seine drei gemeinsam mit Dürer verwirklichten Arbeiten aus dem Jahr 1511.1 In der Vergangenheit ist er in erster Linie ob seiner Dichtungen und Briefwechsel im Fokus wissenschaftlicher Betrachtungen gestanden. Aus Anlass seines 500. Todestages unternimmt eine kleine Themenschau im Museum im Schottenstift derzeit erstmals den Versuch, mit wenigen Objekten sowohl den Poeten als auch den Abt Benedictus Chelidonius in den Blick zu nehmen.

Der um 1460 geborene Chelidonius, der stets die gräzisierte Form seines Familiennamens Schwalbe benutzte,2 war zunächst Mönch im Egidienkloster in seiner Heimatstadt Nürnberg. Als solcher verfasste er 1511 für einen heute verlorenen Glasfensterzyklus im Kreuzgang seines Heimatklosters einen kurzen Katalog der Äbte des Klosters seit dem Jahr 1418.3 Dieser erschien Jahrzehnte später gemeinsam mit seinen Versen zur Klostergründung in Kaspar Bruschs Geschichte der Klöster Deutschlands im Druck.

StiB 93.d.25/1, fol. 47v. Benedictus Chelidonius: Verse zu Gründung und Äbten des Egidienklosters in Nürnberg. In: Kaspar Brusch: Monasteriorum Germaniae praecipuorum ac maxime illustrium centuria prima (Ingolstadt, 1551).
StiB 93.d.25/1, fol. 47v. – Benedictus Chelidonius: Verse zu Gründung und Äbten des Egidienklosters in Nürnberg. In: Kaspar Brusch: Monasteriorum Germaniae praecipuorum ac maxime illustrium centuria prima (Ingolstadt, 1551).

Chelidonius’ künstlerisch ambitioniertestes Werk ist die Passio Jesu Christi salvatoris mundi. Darin beschreibt er die Passion Christi im heilsgeschichtlichen Kontext in 36 Einzelgedichten in unterschiedlichsten antiken Metren.4 Erstmals nach 1506 mit Holzschnitten Hans Wechtlins in Straßburg erschienen, wurde das Werk nochmals 1511 mit Holzschnitten Albrecht Dürers (sogenannte Kleine Holzschnittpassion) in Nürnberg sowie postum 1526 in Köln aufgelegt. Das Schottenstift besitzt eine 1514 in Krakau erschienene Ausgabe mit wieder anderen Holzschnitten, die in der Forschung bislang keine Rezeption erfahren hat.  Benedictus Chelidonius: Ein Poet als Abt weiterlesen →

  1. Hier eine vollständige Bibliographie zu Chelidonius zu bieten, ist nicht möglich. An Überblicksdarstellungen genannt seien: Paulus Volk, Art. Chelidonius (Schwalbe), Benedictus, in: NDB 3 (1957) 195f.; Johannes Staub, Art. Chelidonius (Schwalbe), Benedictus, in: LThK3 2 (1994) Sp. 1032f.; Uwe Harten, Art. Chelidonius (eig. Schwalbe, lat. Hirundo), Benedictus OSB (gen.: Musophilus), in: OeML 1 (2002) 266, auch online unter http://www.musiklexikon.ac.at/‌ml/musik_C/Chelidonius_Benedictus.xml; Manfred Knedlik, Art. Chelidonius (Schwalbe), Benedictus, in: BBKL 20 (2002) Sp. 293–296; Claudia Wiener, Art. Chelidonius (Schwalbe; Hirundo, Musophilus), Benedictus, in: HumVL 1 (2008) 427–439; Franz Posset, Renaissance Monks. Monastic Humanism in Six Biographical Sketches (Studies in Medieval and Reformation Traditions 108, Leiden–Boston 2005): Kap. A Graecian, Christian Poet, and Playwright: Benedictus Chelidonius, Monk of Nuremberg, Abbot of the Schottenstift, Vienna, 63–92. [↩]
  2. In einem frühen Werk verwendet er einmal die latinisierte Form Hirundo. [↩]
  3. Hierzu zuletzt: Hartmut Scholz, Die mittelalterlichen Glasmalereien in Nürnberg: Sebalder Stadtseite (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland 10/2, Berlin 2013) 376–379, auch online unter https://corpusvitrearum.de/publikationen/editionen/editionen/cvma-x-2.html. Das Nürnberger Egidienkloster war wie das Wiener Schottenstift ein ehemaliges irisches Schottenkloster. [↩]
  4. Vgl. hierzu u. a. Maria Kisser, Die Gedichte des Benedictus Chelidonius zu Dürers Kleiner Holzschnittpassion (ungedr. Dissertation Universität Wien 1964). [↩]

Tagungshinweis April 2018: „Klösterliche Handschriften- und Buchverkäufe“

Von 16. bis 17. April 2018 findet im Schottenstift die Tagung mit Workshop „Klösterliche Handschriften- und Buchverkäufe in der Zwischenkriegszeit“ statt. Veranstalter sind das Institut für Österreichische Geschichtsforschung, die Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung Handschriften und alte Drucke, und das Referat für die Kulturgüter der Orden. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Frage nach dem Verbleib von mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln und auch Kunstgegenständen aus klösterlichem Besitz, die vor allem in der Zwischenkriegszeit veräußert wurden. Die Keynote hält Christopher de Hamel (Cambridge) zum Thema „Austrian monastic books and their market in Britain and America in the 1930s and 1940s“. Das vollständige Programm gibt es hier.

500 Jahre Schülertheater bei den Schotten und der Humanist Benedictus Chelidonius

Dieser Tage finden gerade wieder die jährlichen Aufführungen der Bühnenspiele am Schottengymnasium statt, gegeben wird „Der Bürger als Edelmann“ von Molière. Die Tradition dieses Schülertheaters bei den Schotten ist aber älter als die meisten vermuten würden – sogar älter als Molière! – und dieses Jahr könnte man diesbezüglich gut und gerne ein Jubiläum feiern: Die erste nachweisbare Theaterproduktion von Schottenschülern fand vor genau 500 Jahren im Jahr 1515 statt!

In Wien waren gerade die Vorbereitungen für den Wiener Fürstentag im Gange, zu dem im Juli 1515 die Jagiellonen-Brüder König Wladislaw II. von Böhmen und Ungarn und König Sigismund I. von Polen-Litauen mit Kaiser Maximilian I. zusammentreffen sollten und dessen direktes Ergebnis die Zweite habsburgische Doppelhochzeit zwischen Maximilians Enkelkindern Maria und Ferdinand auf der einen und Wladislaws Kindern Ludwig und Anna auf der anderen Seite sein sollte. Zu Ehren der zehnjährigen Erzherzogin Maria, die bereits länger in Wien weilte, und in Anwesenheit des Kardinals Matthäus Lang, der in diplomatischen Diensten Maximilians stand, führten Ende Februar 1515 die adeligen Schüler des Schottenstiftes unter der Leitung ihres Lehrers Johannes Chilimarus in einem Saal der Wiener Hofburg das burlesk-pädagogische Huldigungsspiel „Voluptatis cum virtute disceptatio“ des Benedictus Chelidonius auf.1

Das dreiaktige Fest- und Huldigungsspiel in lateinischer Sprache stellte eine Kombination der antiken Mythen von Herakles am Scheideweg und des Urteils des Paris dar und thematisierte allegorisch den Streit zwischen Tugend und Laster. Die Aufgabe des Schiedsrichters übertragen die Göttinnen Venus und Pallas darin dem jungen Herzog Karl von Burgund, dem späteren Kaiser Karl V., dem das Stück auch gewidmet war und der sich, wäre er zu diesem Zeitpunkt in Wien gewesen, vermutlich selbst hätte spielen sollen. Dargestellt wurde Karl in dieser Aufführung stattdessen vom Schottenschüler Niklas Graf zu Salm dem Jüngeren (dem Sohn des Verteidigers Wiens bei der Ersten Türkenbelagerung). Die szenische Gestaltung des Stücks hatte ihre Wurzeln in den Nürnberger Fastnachtspielen und wies durchaus auch derb-komische Elemente wie eine Prügelszene auf, was nicht verwundert, da der Autor Chelidonius aus Nürnberg stammte. Zugleich ist „Voluptatis cum virtute disceptatio“ aber auch ein Prototyp des Schulspiels, das bald einen ersten Aufschwung erleben sollte.     500 Jahre Schülertheater bei den Schotten und der Humanist Benedictus Chelidonius weiterlesen →

  1. Zu diesem Huldigungsspiel und seiner Inszenierung: Markus Reiterer, Die Herkulesentscheidung von Prodikos und ihre frühhumanistische Rezeption in der „Voluptatis cum Virtute disceptatio“ des Benedictus Chelidonius (ungedr. phil. Diss., Wien 1955); Margret Dietrich, Chelidonius’ Spiel: „Voluptatis cum virtute disceptatio“, Wien 1515. Versuch einer Rekonstruktion der Inszenierung, in: Maske und Kothurn 5 (1959) 44–59; Gábor Kiss Farkas, Dramen am Wiener und Ofener Hof. Benedictus Chelidonius und Bartholomeus Frankfordinus Pannonius (1515–1519), in: Maria von Ungarn (1505–1558). Eine Renaissancefürstin, hg. von Martina Fuchs und Orsolya Réthelyi (Geschichte in der Epoche Karls V. 8, Münster 2007) 293–312. — In der gedruckten Ausgabe des Schauspiels ist als Aufführungsdatum der 20. Februar 1515, der Faschingsdienstag dieses Jahres, angegeben; Reiterer vermutet jedoch schlüssig, dass die Aufführung zwischen dem 23. und 25. Februar 1515 stattgefunden haben muss (a.a.O. 42). Stephan Füssel geht von einer Aufführung am 25. Februar, dem ersten Fastensonntag, und einer absichtlichen Rückdatierung in die Faschingszeit aus (Stephan Füssel, Riccardus Bartholinus Perusinus. Humanistische Panegyrik am Hofe Kaiser Maximilians I. (Saecula spiritalia 16, Baden-Baden 1987) 120f.). [↩]

Ausstellung „Wien 1365. Eine Universität entsteht“

Aus Anlass des 650jährigen Bestehens der Universität Wien findet von 6. März 2015 bis 3. Mai 2015 die Jubiläumsausstellung „Wien 1365. Eine Universität entsteht“ im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek statt, an der auch das Schottenstift als Leihgeber dreier Handschriften beteiligt ist.

Ausstellungseröffnung am 5. März 2015 im Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausstellungseröffnung am 5. März 2015 im Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek.

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Edit Anna Lukács: Die Meditationes von Thomas Bradwardine

Ein Artikel mit Bezug zum Schottenstift ist eben in den jüngsten Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung erschienen:

Edit Anna Lukács, Die Meditationes von Thomas Bradwardine, in: MIÖG 122 (2014) 301–321.

Der Beitrag ist eine von mehreren Arbeiten, die im Rahmen des FWF-Projekts „Die Handschriftentradition von Bradwardines De causa Dei“ entstanden sind. Das Schottenstift besitzt zwei Kopien dieses Traktats De causa Dei contra Pelagium et de virtute causarum des Oxforder Theologen Thomas Bradwardine (ca. 1290–1349), wobei unser Cod. 408 (Hübl 321) eine von drei Handschriften in Österreich ist, die lediglich eine getrennte Abschrift von Buch II Kapitel 34 – den sogenannten Meditationes – enthalten (die anderen beiden liegen in der Österreichischen Nationalbibliothek und im Stift St. Florian). Mit paläographischen und kodikologischen Mitteln analysiert Lukács die drei Handschriften in ihrem theologischen und historischen Kontext, zu dem nicht zuletzt auch das Konzil von Basel zählt. Der Artikel schließt mit einer Edition der Meditationes anhand der St. Florianer Handschrift ab.

Für ihre Recherchen war Lukács in den vergangenen Jahren mehrmals bei uns im Schottenstift und konnte auch Aufnahmen der Wasserzeichen anfertigen lassen. Einen Werkstattbericht über ihre Arbeit präsentierte sie bereits im Vorjahr im Rahmen eines Institutsseminars des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, bei dem auch beide Handschriften des Schottenstifts vorgestellt wurden.

Abt Martin von Leibitz

Anlässlich des 550. Todestags von Abt Martin von Leibitz am 28. Juli 2014 beschäftigt sich derzeit eine dreimonatige Kleinausstellung im Museum im Schottenstift mit dieser bedeutenden Persönlichkeit.     Abt Martin von Leibitz weiterlesen →